Aus dem Donaukurier vom 03.03.2026
Die Siebentälerbühne der Kolpingsfamilie Dietfurt präsentierte am vergangenen Sonntag vor ausverkauftem Publikum die Premiere des diesjährigen Theaterstückes: „Kaviar trifft Currywurscht“ - eine rasante Komödie in drei Akten von Winnie Abel.
Michael Rakos begrüßte die Zuschauerinnen und Zuschauer im bis auf den letzten Platz besetzten Pfarrheim. Darunter grüßte er im Besonderen, die Gäste aus dem Caritas Altenheim, Stadtpfarrer Armin Heß und den ersten Bürgermeistern Bernd Mayr (FW).
Dem langjährigen Thekenwirt, Helmut Baumer, der aufhörte, sagte er Vergelt's Gott für die vielen Jahre, die er beim Theater ausgeschenkt hatte. Er wünsche allen einen schönen und unterhaltsamen Nachmittag.
Auf die Melodie des bekannten Klassikers: „Gute Laune“, stimmten Cornelia Handfest, Simone Kuffer und Daniel Eberl, der auch mit der Gitarre begleitete, mit einigen Informationen der Handlung auf den ersten Akt ein.
Die Gute Laune des Publikums war bereits ab der ersten Szene zu spüren. Schon zu Beginn entspannten sich auf der Bühne launige Wortgefechte zwischen der Wirtin Traudl Wimmer, die auf grandiose Weise von Cornelia Handfest verkörpert wurde, und ihren Stammgästen.
Traudl Wimmer führt eine gemütliche, aber etwas heruntergekommene Boazn mit dem Namen: „Zum warmen Würstl". Seit Jahren wird sie von ihrem reichen Onkel, Prinz Heinz von Anhalt, finanziell unterstützt. Den Adelstitel hat sich der Onkel, der von Martin Flierl verkörpert wird, erkauft. Prinz Heinz geht davon aus, dass seine Nichte Traudl ein Edellokal betreibt. Da die Gäste des Lokals nur immer bei der Wirtin anschreiben lassen, reicht das Geld des Onkels gerade mal so, um über die Runden zu kommen.
Als der Onkel telefonisch seinen Besuch für den nächste Tag ankündigt, bricht Panik aus.
Traudels Freund, der tollpatschige Hansi (Lukas Röll), schmiedet einen Plan und möchte seine Angebetete unterstützen. Doch dies ist angesichts der Tatsache seiner Ungeschicktheit gar nicht so einfach. Immer wieder stolpert er laut polternd über die Bühne und sorgt für lautes Gelächter im Zuschauerraum.
Auch Stammkundin Lissy (Evi Flierl) möchte bei der Täuschungsaktion für den reichen Onkel mitmachen und sagt ihre Hilfe zu. Es bleibt der Wirtin nichts anderes übrig, als ihren beschaulichen Kneipenalltag gehörig auf den Kopf zu stellen und die Boazn gründlich zu reinigen. Lissy ist in der Zwischenzeit unterwegs und besorgt Dekoration, um die Kneipe gemütlicher zu machen. Dabei macht sie auch in den Vorgärten der Nachbarn nicht halt und holt sich ein paar schöne Blumen. Als Stuhlhussen müssen die alten Leintücher herhalten, die sie aus Nachbars Garten von der Wäscheleine ausgeliehen hat.
Bei der Ankunft des reichen Onkels sollte Lizzy in die Rolle einer vornehmen Kundin schlüpfen, was mehr oder weniger gut gelingt. Ein weiterer Stammgast Hubert (Simon Graf) wird der Kneipe verwiesen, da er biertrinkend an der Theke schon so gar nicht in das Edellokal passt.
Schwierig wird es den schweigsamen Girgl (Robert Huber) aus der Kneipe zu entfernen, was auch nicht gelingt. So wird er schweren Herzens geduldet. Er sitzt den ganzen Tag nur da und starrt in sein Bierglas. Wird er etwas gefragt, grummelt er nur zurück.
Da sich Traudl nicht an das vorgeschriebene Rauchverbot hält, bekommt sie auch noch Ärger mit dem Bürgermeister Josef Neureiter, der von Daniel Eberl perfekt verkörpert wurde. Dieser möchte so kurz vor der Wahl keinen Ärger mehr bekommen und rauscht mit seiner resoluten Gattin Roswitha (Birgit Kuffer) in die Boazn. Roswitha Neureiter hat ein Geschäft und fertigt selbst Hüte an. Deshalb trägt sowohl der Bürgermeister, als auch seine Frau, die neueste Kollektion der extravaganten Hüte. Das Vergessen der Kopfbedeckung wird dem Bürgermeister fast zum Verhängnis.
Ewald Brandstetter (Jonas Röll) ist der Besitzer des gehobenen Restaurants gegenüber. Ihm ist die heruntergekommene Boazn schon lange ein Dorn im Auge. Mit allerhand fragwürdigen und skurrilen Mitteln versucht er das Lokal von Traudl zu ruinieren.
Doch Prinz Heinz von Anhalt kommt nicht alleine zu Besuch. Er hat seine Affäre Agnes (Simone Kuffer) mit dabei, die an nichts anderes als ans Shoppen, denkt. Die Geschichte entspinnt sich zu einem rasanten Verwechslungsspiel: Traudl gelingt es trotz mancher Ausflüchte, ihren Onkel zu täuschen und das vermeintlich edle Lokal-Image zu wahren.
Was schief laufen kann, läuft schief. Doch als dann der Onkel auch noch einen Tester (Michael Rakos) vom Magazin „Der Feinschmecker" ankündigt, bricht das komplette Chaos aus. Wird die Probeköchin Berta, gespielt von Charlotte Meier-Röll, den Tester überzeugen können?
Cornelia Handfest brillierte in der Hauptrolle der bodenständigen Wirtin, die plötzlich eine Spitzengastronomie vorspielen muss und begeisterte durch ihr schauspielerisches Talent und ihre Wandlungsfähigkeit. Auch der tollpatschige Hansi (Lukas Röll) und alle anderen Schauspieler standen ihr in nichts nach.
Charlotte Meier-Röll, die auch heuer wieder Regie führte, ist es vorzüglich gelungen die verschiedenen Charaktere zu besetzen und in Szene zu setzen.
Silvia Huber wirkte als Souffleuse im Hintergrund mit.
Nach der Abendvorstellung wurden Martin Flierl und Birgit Kuffer für 10 Jahre auf der Kolpingbühne mit dem Theater-Krug geehrt.
Und noch eine zweite Premiere stand am ersten Spieltag an. Vier der Theaterspieler haben sich zu einer Musik Combo zusammengeschlossen. Sie nennen sich: „3 Helle und oa Rosé“. Nach der Abendvorstellung unterhielten Lukas Röll mit der Cajon, Martin Flierl mit Gesang und Trompete, Daniel Eberl mit der Gitarre und Stefan Röll mit Gesang und Bass das Publikum. Im Repertoire hatten sie hauptsächlich alte deutsche Schlager.
Um das leibliche Wohl der Zuschauer kümmerten sich die vielen Helfer der Kolpingsfamilie, die sich am Ausschank, beim Bedienen und in der Küche darum kümmerten, dass alle genug zu Essen und zu trinken hatten. Es gab es deftige Brotzeiten wie: Wurstsalat mit und ohne Käse, Brotzeitbrettl, Käseteller und vegetarische Brotzeitbrettl. Am Nachmittag wurden zusätzlich Kaffee und Kuchen angeboten.